Informationen zur Waldkalkung in Meisburg



Waldschäden - das sind die seit Jahrzehnten bekannten Schäden an unseren Wäldern, die durch die Luftverschmutzungen von Industriebetrieben, Verkehr, Landwirtschaft und Haushalten verursacht wurden und werden. Schon vor ca. 25 Jahren wurden diese Schäden - von der Allgemeinheit verursacht - durch den Bundesgerichtshof als "entschädigungswürdig und entschädigungsbedürftig" eingestuft. Doch statt einer Entschädigung haben Bund und Länder bisher nur eine Förderung der Bodenschutzkalkung vorgesehen, um so den pH-Wert der Böden wieder etwas zu verbessern. (Quelle: waldbesitzerverbände.de)

Nachdem die Verminderung der Schwefeldioxidemissionen in der Vergangenheit zu einer deutlichen Entlastung der Wälder geführt hat, bleiben weiterhin Stickstoffoxide und Ammoniak wesentliche Gefahrenquellen für den Wald. Die hauptsächlichen Quellengruppen, die diese Luftverunreinigungen freisetzen, sind zum einen der Kraftfahrzeugverkehr und zum anderen mit Bezug auf Ammoniak die Landwirtschaft, insbesondere in Form der Tierintensivhaltung.
(Quelle: "Konsequenzen der Waldschäden für die Waldbewirtschaftung" von Dieter Dahmen, HF Rheinland, Manfred Stemmer, HF Westfalen Lippe und Günter Dame, MUNLV Düsseldorf)

Von den 10 Millionen Hektar Gesamtwaldfläche in Deutschland besteht für rund zwei Drittel, das sind über 6 Millionen Hektar dringender Kalkungsbedarf. Der Umfang der tatsächlich gekalkten Fläche pro Jahr beträgt aber nur rund 100.000 Hektar.
Forstliche Maßnahmen wie die Waldkalkung sollen dazu beitragen, die Stabilität und die Widerstandskraft unserer Wälder zu steigern, solange die Ursachen für die Schäden nicht bekämpft sind. "Denn", so der Waldbesitzerpräsident, "oberste Priorität muss natürlich die Ursachenbekämpfung haben. Daher ist eine konsequente Fortsetzung der Luftreinhaltepolitik unbedingt notwendig. Die Bodenschutzkalkung ist letztlich nur ein Kurieren an den Symptomen! Selbstverständlich erscheint aber, dass das Verursacherprinzip gilt und nicht die Geschädigten auch noch für eine Beseitigung der Schäden an ihrem Eigentum zahlen müssen!" (Quelle: www.waldbesitzerverbände.de)

Zum Schutz der Waldböden werden die Waldkalkungen intensiviert. Ziele dieser Waldkalkung sind u.a.:
- deponierte Säuren zu neutralisieren
- durch Auswaschung und Biomasseentzüge verursachte Nährstoffverluste zu ersetzen
- die natürlichen Nährstoffkreisläufe zu stärken
- den Bodenzustand für Bodenmikroorganismen und Wurzeln als Lebensraum zu verbessern
- die Humusform in Richtung biologisch aktiver Moder oder mullartiger Moder zu verschieben
- toxische Effekte durch z.B. hohe Aluminium-Konzentrationen zu verhindern
- die natürliche Verjüngung der Waldbäume zu fördern.
Die Möglichkeiten der Waldkalkung dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass in erster Linie die durch industrielle Emissionen, Straßenverkehr und Landwirtschaft bedingten Ursachen der Übersäuerung der Böden bekämpft werden müssen.
Waldbodenversauerung und schleichender Verlust der Bodenfruchtbarkeit bedeuten eine Gefährdung der ökologischen Nachhaltigkeit. Die Auswirkungen sind besonders gravierend, da die Schäden nicht sektoral begrenzt bleiben, sondern den gesamten Naturhaushalt (Wälder, Waldboden, Trinkwasser) treffen. Solange die Säurebelastungen der Waldböden über den kritischen Grenzwerten liegen, wird die Bodenschutzkalkung als Überbrückungsmaßnahme zum Boden- und Grundwasserschutz erforderlich bleiben.
(Quelle: "Konsequenzen der Waldschäden für die Waldbewirtschaftung" von Dieter Dahmen, HF Rheinland, Manfred Stemmer, HF Westfalen Lippe und Günter Dame, MUNLV Düsseldorf)

Trotz deutlich verringerter Schwefeleinträge, wirken immer noch Stickstoffverbindungen auf den Wald, die aus dem Auto- und Flugverkehr sowie der Landwirtschaft stammen. Nitrat und Ammonium verschieben die Nährstoffverhältnisse im Boden und wirken als Säurebildner auf die Wurzeln ein. Ein versauerter Boden ändert Bodenflora und Fauna, Naturverjüngung wird beeinträchtigt und die Feinwurzeln der älteren Bäume werden geschädigt. Ausgewaschene Schwermetalle und Aluminium belasten Grundwasser und Bäche. Trinkwasser, das bei uns überwiegend unter Wald gewonnen wird, wird durch die Nitratverlagerung unbrauchbar. Auch Nährstoffe, die der Baum benötigt, werden ausgewaschen und in tiefere für die Wurzeln unerreichbare Bodenschichten verlagert. "Unter normalen Umständen braucht Waldboden nicht gekalkt werden, jedoch sind viele Böden derart stark geschädigt, dass durch den Kalk die Versauerung abgepuffert werden kann." Mit Mengen von drei Tonnen pro Hektar bleibt dabei der Eingriff in das Ökosystem gering. Überwiegend wird der Kalk mit Hubschraubern gleichmäßig über den Baumbeständen ausgebracht. Die Wirkung dieser Kalkung ist allerdings auf wenige Jahre begrenzt.
(Quelle: www.umweltzeitung-frankfurt.de)

Kalk und Magnesium sorgen dafür, dass die Böden nicht mehr versauern. Kalk hebt den pH-Wert der Böden, neutralisiert das saure Regenwasser und regeneriert den Nährboden der Wurzeln. Die Feinwurzeln sterben nicht mehr ab. Damit schafft Kalk wieder eine Grundlage für das normale Wachstum und hilft dem Wald, sich selbst zu regenerieren.
Je nach Standort werden die Typen "Kohlensaurer Kalk", "Kohlensaurer Magnesiumkalk" oder "Kohlensaurer Magnesiumkalk mit Phosphat" verblasen oder mit dem Hubschrauber über den Wäldern verstreut. Alle Versuche zeigen, dass die Vitalität der Bäume steigt. Die dem Boden entzogenen Nährstoffe werden ersetzt. Der Waldboden ist nicht nur für das Wachstum der Pflanzen wichtig, er filtert auch das Regenwasser und entscheidet damit über die Qualität des Trinkwassers, das häufig aus den Böden großer Waldgebiete gewonnen wird. Eine Schädigung der Natur durch die Kalkung ist ausgeschlossen. Der bei der Waldkalkung verwendete "Kohlensaure Kalk" (= gemahlener Kalk- oder Dolomitstein) und das "Kohlensaure Magnesium" bestehen aus Körnern bis zu 3 mm Durchmesser. Eine derartige Körnung von Naturkalkstein kann keine Blätterporen verstopfen und keine Kleinlebewesen töten. Naturkalk begünstigt vielmehr das Wachstum der Mikroorganismen.
Der Kalk wird je nach Geländeverhältnissen z.B. aus der Luft mit dem Hubschrauber genau dort verteilt, wo auch der saure Regen hinkommt. Die Technik ist so weit fortgeschritten, dass ca. 3 t pro Hektar genau auf die vorgesehenen Parzellen gestreut werden. Diese 3 t sorgen im Laufe der nächsten 10 Jahre für eine Neutralisierung des Sauren Regens im Waldboden.

 

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