Aus der Geschichte der Ortsgemeinde Meisburg

Text von Gerhard Becker, Daun

 

Ortsmitte 1950   Blick in die Ortsmitte von Meisburg um 1950

Die Siedlungsgeschichte der heutigen Eifel hilft einen Einblick darüber zu gewinnen, wann das Dorf Meisburg entstanden sein könnte. Funde aus der Jungsteinzeit um 4.500 bis 1.800 v. Chr. und Hinweise auf römische Besiedlungen um 300 n. Chr. in der heutigen Meisburger Gemarkung zeugen davon, dass Menschen bereits früh hier sesshaft wurden. Die Gemeinde besitzt eine Sammlung von Steinbeilen, Klingen, Schabern und Pfeilspitzen aus der Steinzeit.

Auf die Kelten folgten die Römer. Die als "Weinstrasse" bekannte Römerstraße berührte auch das Gebiet von Meisburg. Sie verlief von Kirn/Hunsrück über Wittlich am "Rackenbacher Wies’chen" bei Meisburg vorbei nach Prüm und Malmedy. Das Rheinische Landesmuseum Trier weist in der Gemarkung "In der Delt" im 2. und 3. Jahrhundert eine Ansiedlung nach, vermutlich einen römischen Bauernhof.

Die Römer wurden von den Germanen verdrängt und später im Zuge der Völkerwanderung kamen die Franken. In Meisburg wird heute noch das moselfränkische Platt gesprochen.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Meisburg (als „Meisbreth“) am 6. Mai 1140. In einer von Papst Innozenz II. unterzeichneten Urkunde wurde das Dorf als Besitz des Klosters St. Maximin vor Trier bestätigt. Wahrscheinlich existierte Meisburg bereits um das Jahr 1116, als es im Rahmen zahlreicher, durch das Kloster St. Maximin gefälschter, Urkunden als „Meisbrath“ Erwähnung findet.

Im Jahre 1229 schenkten die Eheleute Theoderich und Clarissa von Bruch dem Kloster St. Thomas an der Kyll das Patronat und zwei Anteile am Zehnten zu Meisburg. Im Jahre 1330 war bereits eine Kirche aufgeführt und Meisburg gehörte zum kurtrierischen Amt Kyllburg. Das Kloster St. Thomas war in den folgenden Jahrhunderten bis zum Jahre 1794 Grundherr von Meisburg. Der Neubau der Kirche erfolgte 1768 und die Erweiterung 1854.

Mit dem Ende der Grundherrschaft endete 1794 auch die Zugehörigkeit zum Amte Kyllburg, als das linksrheinische Gebiet Frankreich einverleibt wurde. Meisburg gehörte unter der napoleonischen Herrschaft zum Saardepartement, Kanton Prüm. Im Wiener Kongress der Jahre 1814/15 wurde dieses Gebiet Preußen zugesprochen. Der Kreis Daun wurde gebildet und Meisburg gehörte zum Bürgermeisteramt Weidenbach und später zum Bürgermeisteramt Niederstadtfeld. Seit 1947 sind die Meisburger Rheinland-Pfälzer und 1970 ging die ehemalige Amtsverwaltung Niederstadtfeld in die Verbandsgemeinde Daun auf.

"Bender Boar" diente früher als Viehtränke und als "Kinderspielplatz" (Foto um 1950)  

Die zentrale Wasserversorgung kam 1920 und der elektrische Strom 1924. Der Bau der Provinzialstraße von Daun nach Kyllburg, der heutigen Bundesstraße 257, erfolgte in den Dreißiger Jahren.

Die früheren Ansiedlungen bei Meisburg, das Dorf Rackenbach und die Wüstung Bradscheid sind untergegangen.

Bereits 1522 wurde eine Mühle genannt. Die Schneidemühle an der Lohsalm gelegen, ist das einzige noch funktionsfähige mit Wasserkraft betriebene Sägewerk im Rheinland. Etwa zwei km talabwärts ist heute noch der Standort einer nicht mehr existenten weiteren Mühle mit Wassergraben auszumachen.

Die Schafbrück, heute ein Hotel, existierte bereits im 19. Jahrhundert. Anfang der Fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden drei Bauernhöfe aus dem Dorf nach Rackenbach und drei nach Rascheid ausgesiedelt, heute noch landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe.

Im Jahre 1721 wurde erstmals eine Schule erwähnt. Sie wurde im Zuge der Schulreform im Jahre 1978 geschlossen. Die Grundschule Wallenborn/Salm und die Hauptschule Niederstadtfeld sind die heutigen Schulstandorte. Gymnasium und Realschule befinden sich in Daun und Gerolstein. Im ehemaligen Schulgebäude in Meisburg ist seitdem der Kindergarten für Deudesfeld, Meisburg, Wallenborn und Weidenbach untergebracht.

Im Jahre 1979 feierte Meisburg mit der 750-Jahrfeier ein großes Fest, bei dem die dörfliche Tradition und das Geschichtsbewusstsein der Meisburger im Vordergrund standen.

Mehr zur Meisburger Geschichte steht in dem 1979 erschienenen Buch "Meisbrecht, Meisenburg, Meisburg - aus der Geschichte eines Eifeldorfes", 132 Seiten.


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